[Vortrag] „Motorradfahren ist Krieg“

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3. März 2016 | 19:00 Uhr | LiZe Regensburg (Dahlienweg 2a)

„Motorradfahren ist Krieg – Zur ästhetischen Aktualisierung des „True Black Metal“

Er gilt als die Witzfigur des deutschen Black Metals: René Wagner, alias Kanwulf, alias Ash, einziges Mitglied der sächsischen Band Nargaroth. Aufgrund von Aussagen wie „white music for white people“ und der Zusammenarbeit mit dem rechten Label „No Colours“ wird Wagner oft dem NSBM (National Socialist Black Metal) zugerechnet. Wagners neuester Coup hat hingegen wenig mit Musik zu tun. Der Szenestar ist Gründer des »German Black Metal Commando« (GBMC). Es ist wohl kein Zufall, dass das »MC« in GBMC auch als »Motorcycle Club« gelesen werden kann. Denn durch die Adaption der soldatischen Organisation und Ästhetik der männerbündlerischen Rockerclubs erschaffen sich Wagner und seine Kameraden als „nicht-zu-Ende geborene“ Männer einen Körperpanzer, der ihre frei fließenden Gefühle einkesseln soll.

Zum Referenten:
Felix Balandat schreibt für die Wochenzeitung Jungle World und ist bei Radio Z in Nürnberg aktiv.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich.

Weitere Infos zum Thema:
http://jungle-world.com/artikel/2014/44/50831.html

[Vortrag] „Deutschland, du Opfer?“

PlakatWeb

03.Februar 2016 | 19:00 Uhr |LiZe, Dahlienweg 2a

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs breiteten die Deutschen den Mantel des Schweigens über ihre Verbrechen. Zugegeben wurde stets nur das Nötigste und was bereits nicht mehr zu leugnen war. Die entscheidenden Impulse kamen dabei meist von außen und wurden nur höchst widerwillig akzeptiert.

Der Vortrag wird zweigeteilt ablaufen: Zunächst erfolgt ein historischer Abriss in dem aufgezeigt wird, in welchen Phasen die Ermordung der europäischen Juden während der Shoa ablief. Das Aufzeigen des bürokratischen Umfangs der Völkermords soll zeigen, wieviele Deutsche direkt oder indirekt darin verwickelt waren, welches Wissen sie über ihre Rolle in der Vernichtungsmaschinerie hatten. Daran anschließend werden die in der frühen BRD beginnenden Mythen und Schutzbehauptungen nachgezeichnet, welche bis mindestens zur Goldhagen-Debatte und der Wehrmachtsausstellung diskursprägend waren und die in unzähligen “Hitlers Helfer”-Sendungen immer noch aktiv sind.

Zum Referenten:
Carl Specht lebt in Nürnberg, ist Mitglied der Initiative Das Schweigen durchbrechenund sonst als freiberuflicher Soziologe tätig.

Der Vortrag findet mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt!

Die Einnahmen werden alle an die Initiative „Das Schweigen Durchbrechen“ gespendet und dienen außerdem unserer eigenen Kostendeckung. Daher sprechen wir eine Spendenempfehlung von 3 Euro für den Vortrag aus, welche aber nicht verpflichtend ist.

[Vortragsreihe] „Neofaschismus in Europa“

Neofaschismus in Europa
Das alte, durch Hitler und Mussolini geprägte Bild des Diktators der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist tot; Ihre AnhängerInnen und die vertretenen Ideologien leider nicht. Reaktionäre Einstellungen scheinen in vielen Ländern Europas gerade in Zeiten der Krise im Kapitalismus ein Revival zu erleben. Extrem Rechte Kräfte finden darin oft einen fruchtbaren Nährboden. Jedoch ist es zu kurz gegriffen, politische und ökonomische Krisen alleine für diese Entwicklungen verantwortlich zu machen. Unsere Vortragsreihe „Neofaschismus in Europa“ will daher einen Beitrag zur Aufklärung über faschistische AkteurInnen und Tendenzen in Deutschland, Italien, Griechenland und der Ukraine leisten.


7. Oktober 2015 | 19 Uhr
Jan Nowak – Die Neonazipartei „Der III. Weg“ – Resterampe, Szenehoffnung, Wahlpartei?

Die neonazistische Partei „Der III. Weg“ hat in Bayern das Erbe des verbotenen „Freien Netz Süd“ angetreten, ist jedoch auch in anderen Bundesländern aktiv. Wie steht es um die Strukturen der Neonazipartei und wie könnte die Gesamtorganisation charakterisiert werden? Mit welchen Themen und Aktionsformen tritt sie aktuell in die Öffentlichkeit und welche Faktoren beeinflussen ihr Handeln? Welche Rolle spielt sie beispielsweise bei rassistischen Mobilisierungen, die ihren Ausdruck immer wieder auch in Angriffen auf Flüchtlinge oder Anschlägen gegen Flüchtlingsunterkünfte finden? Im Vortrag soll diesen Fragen nachgegangen werden, ebenso besteht die Möglichkeit zur Diskussion.


4. November 2015 | 19 Uhr
John Malamatinas – Goldene Morgenröte

Bei den Parlamentswahlen im Juni 2012 erreichte „Chrysi Avgi“ den Einzug in das griechische Parlament. Darüber hinaus kam es zu einem Anstieg rassistischer Angriffe und rassistischer und diskriminierender Politik seitens des Staates. Nährboden für ihren Erfolg ist sicher nicht nur, wie oft kommentiert, die Verschärfung der ökonomischen und politischen Krise in Europa, sondern vor allem auch weit verbreitete reaktionäre Einstellungen in der sogenannten gesellschaftlichen Mitte Griechenlands. Erst die Ermordung eines Antifaschisten sorgte für die sukzessive Verdrängung der Partei aus der Öffentlichkeit, wozu momentan auch ein Verfahren gegen die Parteioberen läuft. Aber die Bemühungen des griechischen Staates um ein Verbot der Partei scheinen ins Stocken zu geraten. Was sind die Gründe für den rasanten Aufstiegs der „Goldenen Morgenröte“? Wie sieht es mit dem rassistischen Normalzustand in der griechischen Gesellschaft und den Erfolgschancen eines Verbotsverfahrens aus?


2. Dezember 2015 | 19 Uhr
Heiko Koch – Casa Pound Italia

Seit 10 Jahren existiert die populistische Bewegung CasaPound Italia. Ihre Wurzeln sieht sie im historischen Faschismus zu Beginn der 1920er Jahre; in der Zeit als der italienische Faschismus noch nicht Regime, sondern eine Bewegung mit revolutionärem Anstrich war und sich mit Terror und Gewalt den Weg zur Macht ebnete. Die Anhänger CasaPounds nennen sich »i fascisti del terzo millennio«, die Faschisten des 3. Jahrtausends. Sie agieren mit aggressiv vorgetragenen Sozialforderungen, vordergründigem Anti-Kapitalismus und national-revolutionären Parolen. Von Subkulturen und der radikalen Linken adaptierte Aktionsformen, jugendgerechtes Auftreten, popkulturelle Ästhetik und Lifestyle lassen von CasaPound das Bild einer vielfältigen und dynamischen Bewegung entstehen, die jedoch nach innen straff autoritär geführt wird.


6. Januar 2016 | 19 Uhr
Larisa Schulz – Ukraine nach dem Maidan

Unterschiedlichen (Verschwörungs-)Theorien zufolge sind wahlweise der Westen, die EU, Putin, die NATO oder die USA seit 2013 eifrig dabei, einen Keil in die ukrainische Gesellschaft zu treiben. Hier wird dann gern übersehen, dass die Bevölkerung sich längst an der Frage gespalten hat, ob die Ukraine jetzt eigentlich Opfer des Stalinismus oder Sieger über den deutschen Faschismus ist beziehungsweise ob der „Unabhängigkeitskämpfer” Stephan Bandera als Volksheld oder als Nazikollaborateur zu gelten hat. Der eklatante Mangel an Informationen darüber, wer seit Januar 2014 für verschiedene Kampfhandlungen inklusive Todesschüsse verantwortlich ist, führt zu verschwurbelten Verschwörungstheorien, bringt aber auch Menschen mit ansonsten seriösen Forschungsansätzen zu kruden Ansichten und absurden Aussagen. Die derzeitigen kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine werden von einem Kampf um Meinungshoheit und Deutungshoheit flankiert. Und Deutungshoheit heißt hier insbesondere zu definieren, wer der Nazi ist. Dabei herrscht noch Uneinigkeit, ob nur Nazis auf dem Maidan waren oder ob die Protestierenden auf dem Maidan nicht zu „gute Beziehungen zur amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft” pflegten. Leider wenig überraschend lässt sich am Beispiel der Ukraine zeigen: Wer sich nicht von Nazis distanziert, provoziert eine extrem rechte Hegemonie.


In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Bayern – Kurt Eisner Verein

Alle Termine finden im LiZe statt. (Dahlienweg 2a, 93053 Regensburg)

[Filmvorführung] „Es kann legitim sein, was nicht legal ist.“

„Es kann legitim sein, was nicht legal ist.“

Martin Löwenberg – ein Leben gegen Faschismus, Unterdrückung und Krieg (Ein Dokumentarfilm von Petra Gerschner & Michael Backmund)

Fast zwei Jahrzehnte begleiteten die FilmemacherInnen den Widerstandskämpfer und ehemaligen KZ-Häftling Martin Löwenberg mit der Kamera und suchten im Gespräch mit ihm und dem gemeinsamen Freund Konstantin Wecker nach Antworten auf die Fragen: Woher nimmt dieser Mann in seinem Alter das Verständnis für die praktische Tat, das Handeln, die jugendliche Ungeduld? Woher kommen seine Kraft und sein Mut? Wie entstand seine Unbeugsamkeit gegenüber staatlicher Willkür und Autoritäten? Und warum leuchten seine Augen noch immer auf, wenn er planend und organisierend politisch aktiv wird für soziale Gerechtigkeit, gegen Ausgrenzung und Krieg?

Als Jugendboxer trainierte Martin Löwenberg im Breslauer Postsportverein Stephan und verprügelte in der Freizeit mit seinen Freunden mehrfach den Streifendienst der Hitlerjugend. Sie wehrten sich gegen die zunehmende Repression und Verfolgung unangepasster Jugendlicher. Später arbeitete er
mit seinem älteren Bruder Fred in einem organisierten Widerstandsnetzwerk und unterstützte osteuropäische Zwangsarbeiter mit Brotmarken und Informationen über den Kriegsverlauf. Im Mai 1944 nahm ihn die Gestapo fest. Nach tagelangen Verhören wurde er ins KZ Flossenbürg deportiert. In den KZ-Außenlagern Thil und Leitmeritz musste Martin Löwenberg bis zu seiner Befreiung selbst Zwangsarbeit in unterirdischen Stollen leisten. Historische Foto- und Filmdokumente zu seinen Erzählungen werden dabei mit den Aufnahmen der aktuellen Topografie dieser Handlungsorte konfrontiert.

Mit der Biografie Martin Löwenbergs schlägt der Film einen Bogen über hundert Jahre Zeitgeschichte. Er dokumentiert auch das politische Engagement von Löwenberg nach 1945 gegen dieRemilitarisierung der Bundesrepublik, seine Verfolgung als Kommunist genauso wie seine Unterstützung von Roma-Flüchtlingen in der KZ-Gedenkstätte Dachau, die Verhinderung von Naziaufmärschen oder seinen Kampf für die Entschädigung von ehemaligen ZwangsarbeiterInnen. Durch die Recherchen in deutschen und polnischen Archiven ist es gelungen, bisher unbekanntes Filmmaterial zu finden, das den Protagonisten bei historischen Ereignissen in Aktion zeigt wie z.B. der Beerdigung von Philipp Müller 1952, dem ersten von der Polizei erschossenen Demonstranten der jungen Bundesrepublik.

Diese subjektive Protestgeschichte wird verknüpft mit aktuellen Interviews und historischen Bildmaterialien (Fotos und Filme von 1909 bis 2011) aus Wroclaw, früher Breslau, Dachau, Flossenbürg, Essen und München zu einer filmischen Zeitreise über hundert Jahre. Martin Löwenberg spricht von seinen Visionen damals nach der Befreiung aus dem KZ und heute. Er entwickelt im Film eine besondere Form der Reflektion von Geschichte; dabei verschränken sich die Ebenen von Zeit und Inhalt in Erzählsträngen, die die Vergangenheit in der Gegenwart präsent werden lassen.

Weitere Infos und den Trailer findet ihr unter:
http://www.loewenberg-film.de/

Der Eintritt ist frei.

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[Vortrag] Bagida, Pegida und Co. – Eine Analyse rechter Aufmärsche

Bagida, Pegida und Co. – Eine Analyse rechter Aufmärsche

Im Vortrag wird aufgezeigt, wie es zu der Allianz von Bürger_innen und radikaler Rechter gekommen ist, die als „PEGIDA“– (Dresden, Nürnberg) oder „BAGIDA“-Bewegung (München) immer wieder montagabends auf die Straßen geht: Wie mehr und mehr Menschen Vorurteile gegen Asylsuchende, Muslime sowie Sinti und Roma entwickelten und rassistische Diskussionen in sozialen Netzwerken explodierten. Wie RechtspopulistInnen lokale Kampagnen gegen Muslime initiierten und rechte Hooligans sich vereinsübergreifend zu organisieren begannen. Und wie an manchen Orten Neonazis und Bürgerinnen und Bürger mittlerweile gemeinsam gegen Asylsuchende und ihre Unterbringung vorgehen.

Der Referent Robert Andreasch (Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.)) arbeitet als freier Journalist mit dem Schwerpunkt extreme und neonazistische Rechte.

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