Archiv für Februar 2016

[Vortrag] 3 Jahre NSU-Prozess: Blick in den Abgrund

Burschel

10. März 2016 | 19:00 Uhr | LiZe Regensburg (Dahlienweg 2a)

„3 Jahre NSU-Prozess: Blick in den Abgrund“

Anti-demokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V-Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen: Zwingende Konsequenzen aus dem NSU-Komplex.

Seit vielen Monaten tritt der Münchener NSU-Prozess auf der Stelle. Auch nach den medial geradezu hysterisch gehypten und dann so dreisten und banalen Aussagen der beiden Hauptangeklagten kurz vor dem Jahresende 2015, nach über 60 unverschämt auftretenden Zeug_innen aus der deutschen Nazi-Szene und ständigen Ausfällen von Prozesstagen bleibt es auch nach über 250 Prozesstagen schwierig, das Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München einzuschätzen, mit dem Geschehen außerhalb des
Gerichtssaals in Beziehung zu setzen und ein Ende mit einem Urteil abzusehen. Bizarre Ungleich-zeitigkeiten des Innen und Außen des Prozesses charakterisieren die aktuelle Entwicklung: beantwortet jedoch sind die allerwenigsten Fragen vom Beginn des Prozesses, geklärt kaum eine der zahllosen,haar-sträubenden Ungereimtheiten, die die Diskussion bestimmen. Gesellschaftliche und politische Konsequenzen spielen im Alltag vor Gericht und in den (unterdessen ZEHN) Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen so gut wie keine Rolle. Im Gegenteil, die Zuspitzung „Dem Inlandsgeheimdienst konnte nichts besseres passieren als der NSU“ ist so gültig wie am ersten Tag nach dem Aufliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU).

Zum Referenten:
Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin. Er ist akkreditierter Korrespondent des nicht-kommerziellen Lokalsenders Radio Lotte Weimar im NSU-Prozess und Mitarbeiter des Internetprojektes NSU-Watch. Seine Audio- und Printbeiträge zum Prozess und zum NSU sind auf dem Antifra-Blog (http://antifra.blog.rosalux.de) oder auf der RLS-Homepage (http://www.rosalux.de/index.php?id=24495) zu finden.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit anita f. – antifaschistische Gruppe in Regensburg statt.


Der Eintritt ist frei. Wir würden uns jedoch sehr über Spenden freuen. Alle Spendeneinnahme gehen das Projekt NSU-Watch

[Vortrag] „Motorradfahren ist Krieg“

krieg

3. März 2016 | 19:00 Uhr | LiZe Regensburg (Dahlienweg 2a)

„Motorradfahren ist Krieg – Zur ästhetischen Aktualisierung des „True Black Metal“

Er gilt als die Witzfigur des deutschen Black Metals: René Wagner, alias Kanwulf, alias Ash, einziges Mitglied der sächsischen Band Nargaroth. Aufgrund von Aussagen wie „white music for white people“ und der Zusammenarbeit mit dem rechten Label „No Colours“ wird Wagner oft dem NSBM (National Socialist Black Metal) zugerechnet. Wagners neuester Coup hat hingegen wenig mit Musik zu tun. Der Szenestar ist Gründer des »German Black Metal Commando« (GBMC). Es ist wohl kein Zufall, dass das »MC« in GBMC auch als »Motorcycle Club« gelesen werden kann. Denn durch die Adaption der soldatischen Organisation und Ästhetik der männerbündlerischen Rockerclubs erschaffen sich Wagner und seine Kameraden als „nicht-zu-Ende geborene“ Männer einen Körperpanzer, der ihre frei fließenden Gefühle einkesseln soll.

Zum Referenten:
Felix Balandat schreibt für die Wochenzeitung Jungle World und ist bei Radio Z in Nürnberg aktiv.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns natürlich.

Weitere Infos zum Thema:
http://jungle-world.com/artikel/2014/44/50831.html